SCHUBERT, Franz 1797 – 1828 | Eigenhändiger Brief mit eigh. Unterschrift an Hofrat Mosel, Wien 28. Februar 1823

SCHUBERT, Franz 1797 – 1828 | 
Eigenhändiger Brief mit eigh. Unterschrift an Hofrat Mosel, Wien 28. Februar 1823

€ 30.000 – 40.000

Gr-8°, 3 Seiten und eigenhändiges Kuvert
Hochwohlgeborner Herr Hofrath!
Verzeihe, daß ich schon wieder mit einem Schreiben lästig fallen muß, da meine Gesundheitsumstände mir noch immer nicht erlauben, außer Haus zu gehen.
Ich habe die Ehre, Euer Hochwohlgeb. Nun den 3ten und letzten Akt meiner Oper samt der Ouverture zum 1ten Akt zu senden, mit der Bitte, mir dann Hochderselben Meinung darüber gütigst mitzuteilen.
Sollte ich bis dahin noch nicht das Glück haben können, Euer Hochwohlgeb. selbst zu besuchen, so bitte ich nur, mir gefälligst anzeigen zu lassen, wann ich Hochderselben Urtheil sammt der ganzen Oper abhohlen lassen kann. Dürfte ich Hochdieselben vielleicht an Ihr so gütiges Versprechen erinnern, selbe mit einem wohlwollenden Schreiben an Weber zu begleiten, so wage ich es sogar, wenn Euer Hochwohlgeb. nicht ungehalten darüber sind, zu bitten meine Oper mit einem ähnlichen Schreiben an Freyherrn von Könneritz, der nach Weber’s Nachricht die Leitung des Dresdner Theaters führt, gütigst vermehren u. mir übersenden zu wollen. Und nun, da ich Euer Hochwohlgeb. schon mit so vielen Bitten belästige, so füge ich in Gottes Nahmen ganz dehmütig noch die letzte hinzu: Ob Hochdieselben so gütig seyn wollten, mir Ihr meiner Wenigkeit zugedachtes Opernbuch indessen zukommen zu lassen, indem ich heilig versichere, es getreulich zu bewahren und ja Niemanden auch nur sehen zu lassen.
Mit größter Hochachtung
Euer Hochwohlgeboren
Wien den 28. Febr. 1823

Ergebenster Diener
Franz Schubert.

[Kuvert:]
An den
Hochwohlgebornen Herrn
Hofrath, Edlen v. Mosel
in
Wien
im Mölkerhof
abzugeben
Literatur
O. E. Deutsch
Franz Schubert, Die Dokumente seines Lebens 2. Erste Hälfte, 377, Seite 159/60