SCHUBERT, Franz 1797 – 1828 | Eigenhändiger Brief mit eigh. Unterschrift an Schober

SCHUBERT, Franz 1797 – 1828 | 
Eigenhändiger Brief mit eigh. Unterschrift an Schober

€ 30.000 – 60.000

Gr 8°, 2 Seiten
Schubert an Schober
Steyr, den 14. August 1823
Lieber Schober!
Obwohl ich etwas spät schreibe, so hoffe ich doch, daß Dich dies Schreiben noch in Wien trifft. Ich korespondiere fleißig mit Schäffer und befinde mich ziemlich wohl. Ob ich je wieder ganz gesund werde, bezweifle ich fast. Ich lebe hier in jeder Hinsicht sehr einfach, gehe fleißig spazieren, schreibe viel an meiner Oper und lese Walter Scott.
Mit Vogl komme ich recht gut aus. Wir waren miteinander in Linz, wo er recht viel und recht schön sang. Bruchmann, Sturm und Streinsberg besuchten uns vor einigen Tagen in Steyr und wurden ebenfalls mit einer vollen Ladung Lieder entlassen. Da ich Dich schwerlich vor Deiner Rückreise noch sehen werde, so wünsche ich Dir nochmals alles Glück zu Deinem Unternehmen, und versichere Dich meiner ewig währenden Liebe, die Dich auf das Schmerzlichste vermissen wird. Laß’, wo Du auch seyst, von Zeit zu Zeit etwas von Dir hören
Deinem Freunde
Franz Schubert.
Kupelwieser, Schwind, Mohn etc., etc., an die [unleserlich] bereits auch geschrieben ist, grüße ich alle(s) herzlich
Meine Adresse:
Stadt Steyr, abzugeben
am Platz, bey H. v. Vogl
14 August (?) 1823.
Literatur
O. E. Deutsch
Franz Schubert, Die Dokumente seines Lebens 2. Erste Hälfte.3, Nr 395
Seite 167/68