RAIMUND, Ferdinand 1790 – 1836 | Eigenh. Brief mit eigenh. Unterschrift an Apel

RAIMUND, Ferdinand 1790 – 1836 | Eigenh. Brief mit eigenh. Unterschrift an Apel

€ 1.500 – 2.500
2 Blatt, 2 Seiten Autograph, 3 Seite Antwort des Empfängers
Wien, am 20 April 1830

Seiner Hochwohlgeboren Herrn
Herrn von Apel,
kön. Preuß. dom. Rath, und Vorstand
d. Theater Comité
Magdeburg

Wien am 20ten April 1830
Euer Hochwohlgeboren
Habe die Ehre auf Dero schätzbares Schreiben vom 31ten v. M. ergebenst zu erwiedern: daß weder Herr Bethmann, noch irgend eine andere Direction das Recht hat, mit meinen Zauberspielen Schleichhandel zu treiben; besonders da ich in mehreren öfentlichen Blättern Jedermann von unrechtmäßigem Ankauf meiner Werke warnte. Auch hätte ich Herrn Bethmann längst schon bey der betreffenden Behörde belangt, wenn mich nicht wirklich Mitleid mit seiner mißlichen Lage, davon bis jezt abgehalten hätte. Uibrigens bin ich sehr erfreut daß mein Stück in so schätzenswerte Hände kam, die es dem Publikum gewiß auf die ehrenvollste Weise für den Autor, zur Anschauung brächten, wie der Erfolg des Ganzen es beurkundet, und ich glaube sicher für diese Piece ein Honorar von 5 Dukaten in Gold, in Anspruch nehmen zu dürfen. Mein Zauberspiel "Der Alpenkönig, und der Menschenfeind" aber, Buch und Partitur, steht Euer Hochwohlgeboren um 15 Dukaten in Gold, zu Gebothe, ein um 10 Dukaten minderer Preis, als ihn die meisten Bühnen Deutschlands bezahlten, und wofür das Stück jeden Augenblick zur Absendung an Sie bereit liegt.
Sollten Euer Hochwohlgeboren mir dieserwegen gütigst einige Zeilen senden, oder mich wohl gar, wie ich aus Dero werthen Schreiben, mit besonderemVergnügen ersah, diesen Sommer, mit Ihrer persönlichen Gegenwart beglücken wollen, so wird es mir eine besondere Ehre seyn.

Ich verbleibe mit vollkommenster Achtung
Euer Hochwohlgeboren
ergebenster
Raimund

An Herrn Raimund
Er. Wohlgeboren … gefälliges Schreiben vom 20. April v. habe zu erhalten das Vergnügen gehabt, … muß ich um Entschuldigung bitten wenn ich dieses erst so spät beantworte, allein

Brief an v. Apel, preuß. Dom. Rath u. Vorstand der Theater Comités in Magdeburg.
Schreibt, dass weder Herr Bethmann oder andre das Recht haben, mit seinen Zauberspielen Schleichhandel zu Treiben.
Auf dem 2 Blatt: Antwort von Apel. Mit Siegelresten und kleinen Loch.
Unveröffentlichter Brief
Wir danken den Herrn Mag. Johann Lehner für die liebenswürdige Transkription